Tagesspiegel, 26.05.2013
Glanz und Gloria


[…] Wer nach Ziesar fährt, sollte unbedingt einen Abstecher nach Reckahn machen, wo im Herrenhaus der Familie von Rochow das Schloss- und Schulmuseum die Persönlichkeit des Schul- und Agrarreformers Friedrich Eberhard von Rochow würdigt. Der altruistische Gutsherr richtete 1773 auf eigene Kosten eine neue Dorfschule nach damals hochmodernen pädagogischen Konzepten ein. Rochow setzte seinem Dorfschullehrer im Gutspark ein Denkmal. „H. J. Bruns. Er war ein Lehrer“ steht darauf. Seit kurzem zeigt das von Frey + Aichele didaktisch anspruchsvoll gestaltete Museum die Ausstellung „Die Sehnsucht nach Anerkennung. Kinderrechte in Geschichte und Gegenwart“. […]

 

DIE ZEIT, 08.11.2012
Zauber des Widerspruchs
Eine empfindsame Reise durch Rousseaus Werk und Welt


Gibt es einen Glauben, der alle Deutschen eint? Christen wie Atheisten, Muslime wie Juden? Ja! Der deutsche Glaube an die Bildung, an die gute Schule. Uralt ist dieser Glaube, überall wurden ihm Tempel errichtet. Einer steht im Örtchen Reckahn am Südrand der Stadt Brandenburg. Hier lebte Eberhard von Rochow (1734 bis 1805), ein preußischer Gutsherr als Aufklärer. […] Ein idealer Ort für Rousseau. Der einzige Ort für Rousseau. Denn just hier, man fasst es kaum, ist die einzige Ausstellung in Deutschland zu sehen, die sich in diesem Jahr, zum 300. Geburtstag des großen Aufklärers und Antiaufklärers, mit seinem Leben und Werk befasst – keines der deutschen historischen Museen hat sich dieser Monumentalgestalt der europäischen Geistesgeschichte gestellt.  Also auf nach Reckahn! In sieben Stationen erzählt die Schau das Leben des „Visionärs, Multitalents und Geächteten“[…]

 

Märkische Allgemeine Zeitung, 13.08.2012
Rousseau-Ausstellung in Reckahn eröffnet.
Wie Friedrich II. wurde der Philosoph vor 300 Jahren geboren

Gerd Frey hat wieder eine knifflige Aufgabe gelöst. Der Ausstellungsgestalter aus Berlin schaffte es, im Reckahner Schloss die vielen Lebenstationen des berühmten Schriftstellers und Philosophen lebendig werden zu lassen […] Rousseau sei in Reckahn genau am richtigen Ort, sagte Iwan-Michelangelo D`Aprile in einem Grußwort der Universität Potsdam bei der Eröffnung der Sonderausstellung. Der Professor für Europäische Aufklärung erinnerte an Rousseaus Erziehungsroman „Emile oder über die Erziehung“, von dem sich auch der Reckahner Volksaufklärer und Bildungsreformer Friedrich Eberhard von Rochow bei der Einrichtung seiner Musterschule beeinflussen ließ. […]

 

Mitteldeutsche Zeitung, 01.08.2012
Anhalt weltweit

[…] „Wir wollten keine Jubelausstellung, sondern eine Jubiläumsausstellung“, sagt Andreas Erb, Leiter der Dessauer Abteilung des Landeshauptarchivs, das die Ausstellung mit dem Verein für Anhaltische Landeskunde und der Stadt Dessau-Roßlau initiierte. Eine Jubiläumsausstellung ist es allemal geworden, eine Landesausstellung formal nicht. Inhaltlich und von der Aufmachung her aber allemal. Anhalt International“ ist keine Weltreise, aber eine Entdeckungsreise in die Welt.

 

Mitteldeutsche Zeitung, 29.07.2012
Ein Dackel reist um die Welt

[…]Wo große Staaten Kriege führten, setzte Anhalt auf Handwerk, Industrie und Kunst. Man exportierte Kultur: nach Preußen den Erdmannsdorffschen Klassizismus, nach Jever das Zerbster Bitterbier, weltweit die Erzeugnisse des Bauhauses. Insofern ist „Anhalt international“ der richtige Titel für die große Ausstellung, die heute als ein Höhepunkt der 800-Jahr-Feier in der Dessauer Schlosskirche eröffnet wird[…].Eine Ausstellung, die 400 Exponate von 40 Leihgebern zeigt. Präsentiert auf 700 Quadratmetern. Eine Schau, die wie über Nacht entstanden ist[…].Die zwischen den backsteinroten Wänden der Schlosskirche aufgebaute Schau überzeugt aus eigener Kraft.

So vielfältig, intelligent und neugierig ist das Konzept. Schritt für Schritt ist man verblüfft. Dass das gelungen ist: Das Unbekannte im Vertrauten zu entdeckten. Eine Schau für Anhalter und „Ausländer“ gleichermaßen, kuratiert von dem Berliner Kulturhistoriker Hans Wilderotter, gestaltet von dem Berliner Architekten-Team Frey Aichele[…].Nichts wird verschwiegen in dieser seriösen und unaufdringlichen Schau. Nicht die Herstellung des Giftgases Zyklon B., nicht die Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano im Jahr 2000 in Dessau. Wem dann doch irgendwann der Sinn nach leichter Unterhaltung steht, der kann auf dem Kirchen-Vorplatz eine Treppe besteigen. Die führt hinauf an der Bronzefigur des Alten Dessauers. Über einen Lautsprecher sind Anekdoten aus dessen Leben zu hören. Da lauscht der Gast: Auge in Auge mit einem Fürsten, der längst selbst ein Markenartikel aus Anhalt ist.

 

Neue Züricher Zeitung, 02.07.2011
Im Strahlenkranz der Metropole
Eine Ausstellung zur modernen Architektur Brandenburgs in Potsdam

Nach dem ersten Weltkrieg feierte die moderne Architektur nicht nur in Berlin Erfolge, sondern auch im Umland. Eine Ausstellung in Potsdam stellt jetzt die Glanzlichter des neuen Bauens in Brandenburg von Bartning bis Mendelsohn vor.

Neue Materialien, neue Formen, neue Bauaufgaben – zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Architektur in Europa im Aufbruch, und Berlin bildete einen ihrer Kristallisationspunkte. Doch die Strahlkraft der jungen Architekturavantgarde beschränkte sich nicht auf die nervöse Metropole, sondern griff bis in die Mark Brandenburg rund um Berlin aus, in das heutige Bundesland Brandenburg.

Die Ausstellung „Aufbruch in die Moderne“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam lädt nun dazu ein, die Architektur dieser Epoche in ihren unterschiedlichen Facetten wiederzuentdecken […] Vielleicht trägt die Potsdamer Ausstellung über den „Aufbruch in die Moderne“ zu seiner Rettung bei.

 

Potsdamer Neueste Nachrichten, 15.04.2011
Licht, Luft und Sonne für alle
Ausstellung im HBPG zeigt den „Aufbruch in die Moderne. Architektur in Brandenburg von 1919 bis 1933“

Alles ist klar gegliedert mit Blickfängen und farbigen Einsprengseln. Gans im Sinne ihres Themas setzt die am gestrigen Donnerstag begonnene Ausstellung „Aufbruch in die Moderne. Architektur in Brandenburg von 1919 bis 1933“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte auf ein Spiel von Linien und Formen, die das wesentliche akzentuieren. Am Ende eines langen Tisches – gedeckt mit Fotos und Gebrauchsgegenständen – flimmern Bilder über die Leinwand, die in die 20er Jahre hineinversetzen. Da wird ausgelassen Charleston getanzt, die ersten Autos liefern sich Rennen, riesige Luftschiffe steigen in die Höhe. Nicht nur in der Politik weht nach dem Ende des Krieges ein hoffnungsvoller Wind. Die ganze Gesellschaft schickt sich an, einen Gemeinsinn zu entfalten mit Wohnsiedlungen im Grünen, lichtdurchfluteten Schwimmbädern und Schulen […] Leitobjekt der informativen und auch sinnlichen Ausstellung der Architektenkammer, die erstmals einen repräsentativen Überblick über den umfangreichen Bestand der Architektur der Moderne im Land Brandenburg gibt, ist der Musikpavillon Reinhard Mohrs von 1932 […]

 

Berliner Morgenpost, 24.05.2009
Auf, auf zum fröhlichen Jagen

[...] Die wissenschaftliche Federführung hat dabei der Historiker Burghart Ciesla. Ausstellungskonzeption und –architektur kommen vom Berliner Büro Frey Aichele Team. Es gelingt ihnen etwas Verblüffendes. Durch Video- und Audioinstallationen kann der Besucher den Naturraum Schorfheide und die dramatischen geschichtlichen Ereignisse etwa während der Novemberrevolution in Berlin gleichzeitig erfahren – Straßenkämpfe und Vogelgezwitscher, politische Proklamationen und das Röhren der Hirsche [...]

 

DIE WELT, 19.05.2009
Ein neues Museum in der Schorfheide

[...] Der Historiker Burkhard Ciesla und das Berliner Büro Frey Aichele Team sind bei der Verknüpfung von Zeit- und Jagdgeschichte Wege gegangen, die vom traditionellen Jagdmuseum weit weg führen. Trophäen und Jagdwaffen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Durch optische und akustische Installationen sollen die naturräumliche Kulisse der Schorfheide und die politisch-gesellschaftliche der nahen Hauptstadt als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen erfahrbar werden: also Vogelgezwitscher und Straßenkämpfe; jagdliche Rituale und die Invasion der Wälder durch naturhungrige Städter. Nacktbadeszenen aus Bertolt Brechts und Slatan Dudows Film „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?“ verweisen auf „wilde Cliquen“ großstädtisch-proletarischer Naturfreunde, die von konservativen Waldpaternalisten als Bedrohung empfunden wurden. Otto Braun erließ für die Schorfheide eine restriktive Naturschutzverordnung. Wenn es um den Wald ging, war er mehr grün als rot [...]

 

THE ECONOMIST 05.01.2008
Expressionist at war

[...] The Subject of „Allemagne, les Années Noires“, might be everyday fare in Berlin or Dresden, but in Paris it still has the capacity to shock. This is in part because of the contrast between the stark monochrome vision of this show and the Musée Maillol´s colourful permanent collection, which is dedicated to the plump healthy woman sculpted by a French contemporary of the German Expressionist, Aristide Maillol [...]