Im Gefolge der SS

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Die museale Darstellung von Täter-Themen wirft ein besonderes Problem auf: In der öffentlichen Meinung scheint immer noch die Ansicht weit verbreitet zu sein, eine Ausstellung könnte ihrem Gegenstand nicht mit der notwendigen kritischen Distanz begegnen. In der Gedenkstätte Ravensbrück wurde erstmals die SS-Täterseite Gegenstand einer Dauerausstellung und als Ausstellungsort ein authentisches Gebäude inmitten der original erhaltenen SS-Wohnsiedlung des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers gewählt. Der Schauplatz der Ausstellung wird somit selbst zum Exponat. Abrupte Wendungen und scharfen Kanten brechen die  vorhandene Baugestalt und Raumstruktur und schaffen damit die notwendige Distanz,  der häufige Wechseln der Laufrichtung und der Zwang, die Wahrnehmung immer wieder neu zu justieren, verhindern dass bei Besuchern das Gefühl von „Behaglichkeit“ aufkommt.


Auftraggeber: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Kuratorin: Dr. Simone Erpel
Leistungen: Konzeption und Gestaltung der Ausstellungsarchitektur, Entwurfs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung, Ausstellungsmedien, Ausstellungsgrafik
Fläche:
400 qm